Und heute ist das Schwein dran.

Wieder ein grandioser Tag nicht nur im Wipptal. Bevor am Wochenende wieder ein Tief über den Alpenraum hinweg fegt, beschließe ich noch einmal mein Bike zu satteln. Nach kurzer Überlegung fokusiere ich den Blaser (2.241 m) in den Stubaier Alpen – oder zumindest die etwas unterhalb gelegene Blaserhütte.

Von Matrei am Brenner (993 m) geht’s über Oberstatz ins Statzer Tal, wo ich nach rund 30 min eine Weggabelung erreiche. Gestärkt von quellfrischen Wasser geht’s weiter Richtung Pflutschwiesen; oberhalb von Steinach gelegen. Immer wieder gaffen mich Kühe und sogar ein Feldhase an; fragend, was diese komische Kreatur wohl auf dem Drahtesel macht.

Erst vor wenigen Jahren wurde der neue Weg über den Hablerberg mit dem alten erschlossen, über welchen ich nun in die Pedale trete. Immer wieder peitscht mir der Wind ins Gesicht, und dennoch ist er eine willkomme Abkühlung von den heißen Sonnenstrahlen.  Der Salzgehalt auf meiner Haut erreicht in der Zwischenzeit den gleichen Wert wie der des  Tote Meeres.

Nach ein paar Kehren erreiche ich eine große Lichtung und gönne mir eine kurze Pause. Mein Blick schweift auf die gegenüberliegende Skigebiet und Bike Park Tirol Bergeralm, weiter ins Valser und Schmirntal mit den imposanten Operer (3.476 m), Fußstein (3.380 m) & Schramacher (3.410 m) in den Zillertaler Alpen, deren Spitzen noch von Wolkenfetzen verhüllt sind.

Ich entschließe mich das Bike ein paar Minuten zu schieben, denn ich will mich nicht zum Radeln zwingen, sondern es soll mir Spass machen.
Ich komme an der Waldgrenze an, steige über das Gatter und konfrontiere meine Reifen mit dem anspruchvollen Schlussstück. Weniger wegen der Steigung, als vielmehr der Frässasphalt, der nicht immer ganz leicht zu fahren ist. Meine Trinkvorräte sind schon lange am Ende und ich stecke mitten im Kampf mit dem inneren Schweinehund. Immer wieder faucht der Wind um mich und mir wird wieder mal klar woher der Berg seinen Namen hat. Trotzdem holle ich die letzten Reserven aus mir heraus, trete, schiebe noch einmal, dann trete ich wieder.

Ausgelaugt und überglücklich erreiche ich die auf 2.179 m hoch gelegene Blaserhütte. Stühle liegen kreuz und quer vor dem Gebäude verstreut, der Wind wirbelt sie hin und her.

Mein Blick fokusiert die Stubaier Alpen, nicht minder eindrucksvoll wie deren Nachbarn Richtung Osten. Schnee und Wolken dominieren das Szenario rund 15 km von mir entfernt, dennoch erkenne ich den Pflerscher Tribulaun (3.097 m), die Weißwand (3.017 m), den markanten Feuerstein (3.250 m) und die Innere Wetterspitze (3.053 m).

Ich drehe mich um und schaue wie imposant die Serles (2.714 m) vor mir steht, bevor ich mir eine Kasknödelsuppe gönne.Gestärkt geniesse ich nochmals den tollen Ausblick in die traumhafte Wipptaler, Zillertaler und Stubaier Bergwelt und stütze mich anschließend einen Sinlgetrail Richtung Trins (1.235 m). Die Strecke ist irre, anfangs sehr schmall geht sie nach rund einem Kilometer in eine Forststraße über, über welche ich richtig gscheit hinunter brettere.

Ich komme in Trins an und fahre gleich weiter am idylischen Gschintzerbach entlang nach Steinach (1.049 m).
Der Schatten der Bäume und die Nähe zum Bach tun ihr Bestes um mich kühl zu halten.
Von Steinach dann erreiche ich in ein paar Minuten wieder glücklich, stolz und voller Energie Matrei am Brenner.

Dein Florian Obojes | Gastgeber im Parkhotel Matrei

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