Pfifferlinge suchen + Pfifferlinge kochen = Yami.

Alle Jahre wieder, meistens so ab Anfang Juli, beginnt beim 47. Breiten- und 11. Längengrad die Pfifferlingsaison. Egal ob an leicht zu erreichenden Plätzen, dichtester Jungwald oder steilste Hänge, diese kleinen, gelben Dinger machen süchtig und locken nicht nur Horden von Italienern in die Wälder nördlich des Brenners, sondern auch hunderte von Einheimischen. Zu denen zähle auch ich mich.
Dieses Jahr ist alles ein bissi anders; der Mai war sehr feucht, der Juni wieder recht trocken – und das mögen diese so schmackhaften Dinger ganz und gar nicht und sind eigentlich nicht wirklich die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison.

Dennoch machen sich meine Wenigkeit und mein Special Friend auf ins Navistal (ja, wieder mal). Trotz Empfehlungen von der Bergwacht, es nicht auf der neadrigen Seite (für alle Nicht-Tiroler Leser: Schattenseite) zu probieren, sondern auf den Sonnenhängen, fahren wir entlang des Navisbaches Richtung Navis und lassen das Auto auf halber Strecke stehen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich im Vorjahr genau in dieser Gegend, unterhalb des Bendlstein (2.436 m) und entlang der Hänge des Geilerkamms (klingt lustig, heißt aber so), mehrere Kilo dieses wunderbar schmeckenden Naturproduktes gefunden habe.

Teilweise auf allen Vieren kriechend, unter Ästen und durch die Bäche geht es nach oben; immer wieder höre ich ein Raunen und ein Sumsen von meinem Special Friend, doch ich schalte auf Durchzug.  Der Jungwald wird immer dichter, die Luft feuchter und schön langsam ist der Duft von Pfifferlingen in der Luft. Aber leider nur dort, denn im Waldboden finden sich keine wieder. Weder Giftpilz noch Speisepilz. Etwas verdutzt stehen wir unterhalb der Pastengrube, wo normalerweise bis Anfang Juli die Ausläufer einer Lawine liegen.

Wir beschließen dennoch weiterzusuchen; was wär denn das für eine Blamage in die Pfiffi zu gehen und mit nix außer schmutziger, nasser Kleidung retourzukommen?!?!?! Können wir gar nicht haben – also geht’s weiter durch Windwürfe, über moosbedeckte Steine und durch dichteste Jungwälder. Und da sind sie nun. Nicht übermäßig viel, aber für immerhin einen Kilo pro Mann und Frau hat’s gereicht. Kleine und große, aber alle satt und kräftig gelb.

Und weil wir grad dabei sind, hier das Rezept für ein Pfifferlinggulasch von unserm Küchenchef Ernst – natürlich auch zum Nachessen in der Enneberg und Hafner Stube bis Ende August 2010:

600 gr Pfifferlinge
60 gr Zwiebel
1/2 TL Knoblauch
1/8 l Weißwein
1/4 l Sauerrahm
1/4 l Hühnersuppe
20 gr Mehl
1 TL Tomatenmark
3 EL Paprika edelsüß
Gemahlener Kümmel, Salz, Pfeffer

Die geputzten und gewaschenen Pfifferlinge in etwas Öl ansautieren,
bis das austretende Wasser fast verdampft ist;
dann die feingehackten Zwiebel und Knoblauch beigeben –
Tomatenmark und Paprika beigeben – mit Wein ablöschen und der Hühnersuppe auffüllen.
Die Gewürze beigeben und etwas kochen lassen.
Das Mehl mit dem Sauerrahm verrühren und den Pfifferlingen beigeben.
Sollte es zu flüssig sein, mit etwas Maisstärke nachdicken.
Vor dem Anrichten noch gehackte, frische Gartenkräuter beigeben.
Als Beilagen schmecken besonders Servietten- oder Semmelknödel. Mahlzeit!

Dein Florian Obojes | Gastgeber im Parkhotel Matrei

2 Gedanken zu “Pfifferlinge suchen + Pfifferlinge kochen = Yami.

  1. Costco, ein California Supermarkt und Warenhaus hat derzeit kanadische Pfifferlinge angeboten, welche in Californien nur selten zu bekommen sind. Im Internet nach einem Rezept suchend, kamen wir auf das Ihres Kuechenchefs Ernst vom parkHotel Matrei, an welchem wir so oft auf dem Weg vom Stubaital nach Vipiteno vorbei gefahren sind. Seinem Rezept folgend erzielten wir ein wahrhaftiges Gourmet-Abendessen. Bei unserem naechsten Besuch im Stubaital werden wir bei Ihnen einkehren und hoffen bei dieser Gelegenheit, Chef Ernst kennen zu lernen.

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