Bike and Hike auf den Gschnitzer Tribulaun. Erster Vesuch.

Das hätte ich mir eigentlich für gestern vorgenommen. Den Titel habe ich mir schon Tags davor überlegt. Doch haben mir ein paar Termine und ein wenig Büroarbeit einen kleinen, aber feinen Strich durch die Rechnung gemacht.

Dank meiner Mitarbeiterin Andrea kann ich mich dennoch dem Büro entreißen. Ich ziehe mich um, schnappe mir mein HTC Desire mit der neuen GPS Software, Helm, Brille und was man sonst noch fürs Biken braucht; stopfe alles in den Rucksack und los geht’s:
Rauf auf die höchste mit dem Bike befahrbare Hütte im Wipptal –
dem Padasterjochhaus (2.231 m).
Ich bin wirklich gespannt wie das so mit den GPS Daten funktioniert, schließlich wurde runtastic von A1 ausgezeichnet.
Ich fahre los, durch Statz, Richtung Süden und erreiche bereits nach wenigen Minuten Steinach am Brenner; weiter geht’s zum Lift Bergeralm, welcher im Sommer besonders durch sein Bärenbachl für Familien interessant ist. Ab dem nächsten Jahr gibt’s dort auch einen richtig scharfen Bikepark. Entlang des Gschnitzbaches trete ich noch gleichmäßig in das traumhaft schöne Gschnitztal.

Da in Trins im Moment gerade Straßenarbeiten im Gange sind, bin ich gezwungen mit dem Bike eine relativ steile Straße oberhalb vom Hotel Hohe Burg nach oben zu treten. Oder besser gesagt zu schieben. Ich erreiche das Gatter; sehe ein Dutzend Italienischer Autos am Parkplatz stehen, welches mich erahnen läßt, dass die Pfifferling Mafia in der Trinser Wäldern ihr Unwesen treibt. Ich radle weiter; erreiche nach rund 10 min die Abzweigung zum Blaser/Padasterjochhaus. Ich biege links ab und blicke immer wieder nach oben; sehe was mich da noch erwartet. Im Hinterkopf sind die 1.000 und ein paar zerquetschten Höhenmeter. Ich halte immer wieder an den kleinen Bächen, welche das wertvolle Nass talabwärts befördern. Kühl ist es; wohltuend mit dem Kopf einzutauchen, es zu trinken; Energie zu schöpfen. Immer wieder kommen mir Biker entgegen, welche mich mitleidig anschauen und ich lese von ihren Gesichtern ‚Ich hab das schon hinter mir‘. Der Weg ist breit, in einem sehr guten Zustand, dennoch habe ich große Schwierigkeiten mein Tempo, meinen Puls zu finden – die immer wieder wechselnden Steigungen, einmal steil, dann wieder flach – machen mir dies fast unmöglich. Ich pausiere, trete weiter, pausiere nochmals, trete wieder weiter – fluche. Und nach einem Dutzend Serpentinen erreiche ich tatsächlich die Waldgrenze. Dennoch wird’s nicht viel leichter; meine Trinkflasche ist leer und ich beginne wieder diesen Kampf gegen meinen Inneren Schweinehund.

Nach insgesamt 2,5 h, 1.267 hm und 20 km (das steht zumindest auf dem Handy) erreiche ich das über hundert Jahre alte Padasterjochhaus, bekocht von Paul Pranger, Bruder von Peter Pranger (nicht ganz heiliger Wirt in der Jausenstation/Wallfahrtskirche St. Magdalena und dem Slalomweltmeister-Vater Sepp Pranger/Gschnitzer Tribulaunhütte – somit hat der Bloginhalt auch was mit dem Titel zu tun). Ich schnaufe fest durch, wieder und immer wieder, merke dass ich richtig ausgepowert bin, am Ende meiner Kräfte. Ich stärke mich mit einer genialen Speckknödelsuppe und einem Weizenbier.

Padasterjochhaus
Padasterjochhaus

Ich werde belohnt mit hohem Puls und einem traumhaften Ausblick zum Olpererstock mit Fußstein und Schramacher und in die andere Richtung mit den herausfordernden Alpinklettereinen auf die Eisenspitze (2.674 m), den Pflerscher Tribulaun (3.097 m) und das Goldkappl (2.788 m). Auch ist das Padsterjochhaus Ausgangspunkt für die sich gleich hinter der Hütte befindlichen Hammerspitze (2.634 m), die Kesselspitze (2.728 m) und das markante Kirchdach (2.840 m).

Bevor ich wieder ins Tal brettere, bedanke ich mich nochmals für die sehr gute Bewirtung. Nach rund 30 min bin ich wieder im Tal angelangt.

Dein Florian Obojes | Gastgeber im Parkhotel Matrei

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