Rein ins Valser Tal.

Schön langsam wandere ich weiter Richtung Süden; nach dem Navisertal, Schmirntal ist nun das Valsertal fällig. Nicht dass ich wieder im Augsut übers Skitourengehen oder Eisklettern schreibe.

Lawinereste
Lawinenreste

Ich fahre rein ins Valsertal, neben dem Venntal das wohl unberührteste Seitental des Wipptales und lasse das Auto beim Gasthaus Touristenrast stehen. Ich schnappe mir die Stecken und folge dem breiten Forstweg Richtung Osten. Leichter Regen und dichter Nebel machen den Aufstieg zumindest von der Temperatur her extrem angenehm. Links neben dem Weg sind immer noch die Ausläufer der letzten Lawinen zu sehen; majestätisch türmen sich die Bergkämme nördlich und südlich von mir auf. Immer wieder befördern Wasserfälle das wertvolle Nass der letzten Tage neben mir in die Tiefe. Nach rund 25 min erreiche ich die Talstation des Lastenliftes und verlasse gleich anschließend den markierten Weg. Ein recht steiler, aber sehr breiter und gut ausgetretener Pfad führt mich nach oben, bis ich wieder auf den Normalweg stoße, welchem ich auch weiter folge.

Valser Tal
Valser Tal

Ich bring meinen Mund gar nicht mehr zu, nicht wegen dem Schnaufen, sondern vielmehr wegen der imposanten Bergwelt. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken und strahlt auf die Flanken und Felsen der Hohen Kirch (2.634 m) und der Hohen Warte (2.943 m) und die Spitzen des Sagwandpfeilers (3.227 m) und des Schrammachers (3.410 m). Ich erreiche die Waldgrenze und die Geraer Hütte ist das erste Mal in Sicht. Immer wieder quere ich Bäche, wer also hier heroben verdurstet ist selber Schuld. Der Weg ist in einem sehr guten Zustand, auch wenn die Regenfälle im August ihres dazu beigetragen haben, dass ein Trupp der Alpenvereinssektion Landshut Ausbesserungsarbeiten durchführt.

Nach etwas weniger als zwei Stunden erreiche ich die Geraer Hütte. Und als hätte ich es mir bestellt reißt der Himmel auch noch auf. Ich stärke mich mit einer grandiosen Kasknödelsuppe. Arthur, der Hüttenwirt (früher auch auf der legendären Müllerhütte (3.145 m), erzählt über eine Erstgebehung der Route Northface von David Lama und Jorg Verhoeven auf dem Sagwandpfeiler vor zwei Jahren: Um 01:00h losmarschiert Richtung Hütte; um 04:00h aufgebrochen zum Fuß des Pfeilers, anschließend 820 Höhenmeter in 7b in drei Stunden durchstiegen, beim Abseilen noch 30 Bohrhacken in den so brüchigen Fels versenkt. Und drei Tage später hat David Arthur schon die Topo vorbeigebracht…

Sagwandpfeiler
Sagwandpfeiler

Nach einem Vogelbeerschnaps geht’s dann auch schon wieder retour ins Tal, denn auch im Parkhotel Matrei schläft die Arbeit nicht.

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