Ich bin Skorpion vom Sternzeichen, nicht Steinbock.

Es ist zwar schon zwei Jahre her, dennoch war diese Bergtour durch Kraut und Gemüse im hinteren Gschnitztal ein Traum. Mit zwei Kollengen ging’s um 07:00h Richtung Gschnitz. Wir liesen das Auto beim Parkplatz Feuerstein stehen und gingen entlang der Forstweges Richtung Tribulaunhütte (2.064 m) – gehört und wird bewirtet von den Eltern vom amtierenden Slalomweltmeister Manfred Pranger. Das erst kurz davor eröffnete Mühlendorf verschwand nach rund 15 min aus unserem Blickfeld.

Unterhalb der Garglerin (2.470 m) folgten wir der Forststraße bis zur Abzweigung Pflerscher Scharte (2.599 m). Die mächtigen Berge Gschnitzer Tribulaun (2.946 m), Pflerscher Tribulaun (3.097 m) und Goldkappl (2.788 m) waren unsere ständigen Begleiter – heroisch und gleichzeitig so zerbrechlich standen sie (sie stehen heute immer noch) vor uns. Nach insgesamt 2 h erreichten wir die Scharte. Wir überlegten kurz, ob wir noch den Hohen Zahn (2.924 m) erklimmen sollten; entschieden uns aber für den Pflerscher Pinggl (2.767 m). Gipfelbuch & Kreuz gibt’s da zwar keines, dennoch bleibt diese feine Tour in Erinnerung. Wie genießen den Ausblick; hinunter ins Gschnitztal Richtung Norden uns in Pflerscher Tal Richtung Süden.

Nach einer halben Stunde Faulenzen, Blödsinn reden und Jausnen gingen wir pfeilsgerade nach unten; immer die Laponesalm auf 1.400 m im Blickpunkt. Nach rund einer halben Stunde das Highlight dieser Tour:

Ohne Übertreibung standen, gingen, lagen da rund 40 Steinböcke. Groß, klein, dick, dünn – aber alle majestätisch schön. Und zahm waren die Dinger. Bis auf drei Meter kam ich an einen heran.

Wir liessen den Viechern dann ihren wohlverdienten Frieden; kämpften uns über steile Wiesen, kalte, wilde Bäche und meterhohe Stauden nach unten. Meine beiden Begleiter schimpften, verfluchten mich, weil ich diesen Weg oder eben halt diesen Nicht-Weg gewählt habe. Zerkratzt, mit Beulen und Blessuren, erreichten wir schlussendlich dann doch noch die Laponesalm. Ein paar Weizen später; gestärkt durch sehr gute Hirtenmaccaroni und den Ausblick auf den wolkenfreien Himmel und die Bergwelt des Gschnitztales ging es dann retour zum Auto. Dank Dr. Holzmeister alias Woodmaster konnten wir mit seinem U.S. Jeep anno Zweiter Weltkrieg und den frisch gefischten Forellen aus dem Gschnitzerbach am Beifahrersitz zum Parkplatz fahren.

Genialer Tag und ein bleibendes Erlebnis mit den Königen der Berge.

Florian Obojes | Gastgeber im Parkhotel Matrei

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s